Well, hello you: & other Stories Frankfurt. Machen wir jetzt in Mode?

Nanatique_other Stories FFM_01

Frankfurt ist seit diesem Freitag um eine Adresse in Sachen Mode reicher. Nach den Shops in Berlin, Hamburg, Köln und München darf sich jetzt also auch die Bankenmetropole über einen eigenen Store von & other Stories freuen. Vorbei die Zeiten, in denen wir uns erst mühevoll durch den Onlineshop klicken, um dann sehnsüchtig auf den Paketboten zu warten, den wir dann ohnehin meist verpassen. Von nun an schlendern wir bequem in den Laden und können die hübschen Stücke direkt auch in Natura begutachten. Ohnehin bin ich ja ein großer Fan von analogem Shoppen, mit Anfassen, Anprobieren und so. Das sollten wir alle wieder viel bewusster pflegen, allein schon aus ethischen und umweltfreundlichen Gründen. Aber zurück zum Thema: Zur Eröffnung war der Andrang im Steinweg 5 groß. Wer bisher noch davon ausgegangen ist, Frankfurter seien konservative „Zahlendreher“, deren modischer Horizont nicht über Anzug und Krawatte hinausreicht, der wurde in jedem Fall eines besseren belehrt. So viele gut gekleidete Menschen habe selbst ich in dieser Stadt bisher nur selten zur gleichen Zeit an einem Ort gesehen. Auf einmal tummelten sich Culottes, Oversize-Mäntel und Trendsneakers zwischen Marken wie Acne Studios, Wood Wood und Co. … und das Ganze sah ziemlich ziemlich gut aus.

Nanatique_other Stories FFM_02

Ohnehin tut sich aktuell einiges in Frankfurt. Ende 2014 eröffnete klamm heimlich das dänische Designlabel GANNI einen Store nahe der Hauptwache, Luxusmarken wie Louis Vuitton oder Prada verpassen ihren bereits existenten Stores eine kleine Frischekur oder verlagern sie in neue Räume ein paar Häuser weiter. Ganz zu schweigen von alteingesessenen Läden wie H&M mit seiner wunderbaren Trendabteilung, Urban Outfitters, Kauf dich Glücklich oder COS, die längst das Stadtbild prägen. Letzterer liegt übrigens nur zwei Häuser von der frisch eröffneten & other Stories Filiale entfernt. Wird Frankfurt also womöglich etwa hip? Die New York Times, das ZEITmagazin oder aktuell das DB Mobil Magazin bestätigen unserem Bahnhofsviertel jedenfalls schon seine überschäumende Coolness. Da ist der Rest doch eigentlich in der Pflicht nachzuziehen, oder?

Letzten Endes sollten wir aber alle realistisch bleiben. Frankfurt ist weder Berlin, noch London, noch Paris – und wird es auch nie sein. Ebenso bleibt fraglich, ob das herrlich entspannte Lebensgefühl der Skandinavier jenseits der besagten Shops und ihren Anhängern seinen Weg in die Frankfurter Seele findet. Das geht für Mentalität des gemeinen „Mainhattan“-Bewohners dann wohl doch weit, dazu ist er einfach zu strukturiert und geordnet. Trotzdem gibt es Hoffnung, dass die deutsche Bevölkerung im Gesamten allmählich erkennt, dass das Spiel mit Mode tatsächlich ein Spiel sein kann, dass am Ende sogar noch Spaß macht. Auch auf der Konferenz des ZEITmagazins anlässlich der Berliner Fashion Week, war genau diese fehlende Leichtigkeit des Deutschen im Umgang mit Mode wieder Thema. Spätestens wenn man sich die deutsche Designriege um Vladimir Karaleev, Hien Le, Kaviar Gauche oder Newcomer Bobby Kolade einmal genauer anschaut, heben sich die Mundwinkel der Modebegeisterten in diesem Land doch sichtlich.

Höchste Zeit also, das neue Angebot in Frankfurt einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, um auch der eigenen Modemüdigkeit ein Schnippchen zu schlagen.

In diesem (zugegeben ein wenig überspitzen) Sinne: „Ich mag mein Geld genau da, wo ich es sehen kann … hängend in meinem Kleiderschrank.“ (Carrie Bradshaw)

Nanatique_other Stories FFM_03

Schreibe einen Kommentar