Stille Töne. Das Herbst-Mixtape.

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Die letzten Tage und Wochen hatten es teilweise echt in sich. Dauerarbeit auf gefühlten 100 verschiedenen Baustellen inklusive entsprechender Abgaben, dazu kommen private Feiern, wie Hochzeiten und Geburtstage, persönliche Streits und eine fiese Erkältung. Das alles sorgt gerade in der geballten Masse manchmal einfach dafür, dass die Akkus leer sind, die Tage zu einem endlosen Alltagstrott verkommen, aus dem es so schnell keinen Ausweg zu geben scheint.

Während solche Dinge mich früher noch unglaublich belasteten, ich manchmal sogar das Gefühl hatte, sie zögen mir den Boden unter Füßen weg, habe ich heute meine ganz eigene Taktik, um in langen Stressphasen nicht den kopf zu verlieren. Der Trick ist ein so simpler wie schwerer: Zur Ruhe kommen und wenn man sie sich praktisch im Kalender einplanen muss.

Gerade für Menschen, die ihr Geld weitgehend aus der Selbstständigkeit heraus schöpfen, ist das oft leichter gesagt als getan. Schnell schleicht sich das Gefühl ein, immer verfügbar sein zu müssen. Die Omnipräsenz der digitalen Welt, der sich die meisten von uns verschrieben haben, macht das Ganze dabei nicht unbedingt einfacher. Hier noch eine Mail beantworten, auf einen Facebook-Post reagieren und die letzte Whatsapp-Konversation abschließen,  da noch schnell einen Artikel fertig schreiben, die Instagram-Timeline checken und vielleicht auch direkt noch ein eigenes Bild posten. Wir sind eigentlich immer busy. Ungewollt rutscht der Feierabend in weite Ferne und wird zu einem Begriff, den wir eigentlich nur vom Hörensagen kennen.

Das ist der Punkt, an dem wir lernen müssen, uns einfach einmal selbst auf die Finger zu hauen. Wenn es sein muss, so oft, bis sich endlich ein Lerneffekt einstellt. Denn mal ehrlich, von der permanenten Verfügbarkeit haben wir am Ende nicht mehr, als dass wir uns zum Sklaven unserer eigenen Pflichten machen. Permanentes rotieren tauschen wir gegen das eigene Leben und am Ende steht schließlich der Zusammenbruch. Das soll es dann gewesen sein? Na, Bravo! Zeit also vorher einen Gang zurückzuschalten, und endlich wieder einmal die schönen Dinge um einen herum wahrzunehmen. Wer klar kommuniziert, ich habe jetzt Feierabend und bin ab Punkt xy wieder erreichbar, dem wird niemand einen Strick daraus drehen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Und auch die hippste Bar und die wildeste Party machen einfach keine Spaß, wenn einem der Sinn eigentlich nur nach dem warmen, weichen Bett steht. Doch genau auf diese inneren Impulse zu hören, das ist bei Weitem nicht einfach, die meisten von uns, müssen das wahrscheinlich sogar erst einmal lernen.

Es ist kein Weltuntergang, wenn sich die Welt einfach einmal ohne einen weiterdreht. Morgen bin ich wieder dabei, heute gehört der Tag, die Nacht nur mir. Ruhe, das ist meiner Meinung nach der wahre Luxus unserer Gegenwart, ebenso wie die Zeit selbst. Sich einfach einmal hinsetzen im Bett frühstücken, ein gutes Buch lesen, einen Filme schauen oder Musik hören und dabei die Seele baumeln lassen. Solche Kleinigkeiten sind es, die am Ende das Leben doch eigentlich erst lebenswert machen…

In diesem Sinne: Ein Mixtape zum Entspannen.

Devranda Banhart – Hildegard von Bingen

 

Adna – The Prettiest

 

Adna – Night

 

Adna – Dreamer

 

NEWMEN – Venus is a Boy

 

La Femme – La Femme Ressort

 

Erlend Øye – Garota

 

The Underground Youth – Hedonism

 

 City – Unter der Haut 

 

Bruce Springsteen – I´m on fire

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