Trailer, Trailer, Trailer. Demnächst im Kino.

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Der Sommer nähert sich dem Ende und damit auch das sogenannte Monstrum namens Sommerloch. Jenes krude Konstrukt, bei dem Kultur gegen Strandmatte und Sonnenschirm getauscht wird und das Hirn ausschließlich dazu genutzt wird, um sich selbst davor zu bewahren, in der Mittagshitze zu verbrutzeln. Wieso in der schönsten Zeit des Jahres grundsätzlich auch die schönen Dinge eine Pause einlegen, ist mir bis heute ein Rätsel. Gut also, dass allmählich die ersten Trailer für kommende Kinosaison eintrudeln. Von September bis zum Frühjahr 2015 dürfen wir uns zwischen Blockbuster und Arthouse über so manche cineastische Perle freuen.

Neben der zweiten Biographie über den Designer Yves Saint Laurent, die nicht nur einiges schonungsloser sein soll, als die erste, sondern auch noch mit dem schmucken Louis Garrel und der bezaubernden Léa Seydoux glänzt, freue ich mich vor allem auf den neuen Film des Jungregisseurs Xavier Dolan. „Sag nicht wer du bist“ kommt verhältnismäßig laut und fast ein wenig gruselig daher. Zudem lässt sich ein Touch Lynch, zumindest was der Trailer erahnen lässt, nicht leugnen.

„Palo Alto“ basiert auf dem Geschichtenband von Multitalent James Franco und wurde filmisch von einer weiteren Dame aus der Coppola Dynastie, nämlich Gia adaptiert. Julia Watson in einer der Hauptrollen komplettiert das Namensemble und dass dieser Film sehenswert wird, lässt sich bereits jetzt erahnen.

In Sachen Musik und Musikgeschichte dürfen wir uns dagegen endlich auf den ersten Trailer zum Biopic über den begnadeten Jimi Hendrix freuen. Ebenso dürfte die leicht surreal anmutende Komödie „Frank“ allemal einen Blick wert sein.

Einen intensiven Einblick in das geheime Leben und Treiben bietet dagegen „The Riot Club“. Was „Dead Poet´s Society“ einst noch als Ausbruch aus dem konservativ verbissenen Elternhaus sowie den dem entsprechenden schulischen Strukturen vermittelte, wird in diesem Film ins Gegenteil verkehrt. Im Fokus eine elitäre Verbindung, die in ihrer Gier nach Macht und Geld vor nichts zurückschrecken.

Auf dem Feld der Blockbuster gibt es vor allem zwei Trailer, die derzeit im Netz um Klicks wetteifern. Zum ersten gäbe es da den Teaser zum ersten Teil des großen Finales der „Tribute von Panem“ und der verspricht ähnlich wie seine Vorgänger wieder eine visuell dystopische Augenweide zu werden – auch wenn ich nach wie vor der Idee, Filme zu splitten, um mehr Karten zu verkaufen, doch eher kritisch gegenüberstehe. Zum anderen hat wohl kein 2-Minüter in letzter Zeit so viel Aufsehen erregt, wie jener zum absoluten Bestseller-Groschenroman „50 Shades of Grey“. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Millionen Klicks diese Mischung aus Kitschschinken und SM-Ratgeber für gelangweilte Hausfrauen am ersten Tag eingespielt hat. Fest steht, es war eine Menge, obwohl natürlich, ähnlich wie beim Buch, sich niemand, wirklich niemand, den Trailer angeschaut hat.

Bleibt abzuwarten, wann und in welcher Form all diese Filme schließlich ihren Weg in die deutschen Kinos finden und ob gerade die Arthouse Sektion im Mainstream verschriebenen Frankfurt, wieder einmal weitgehend übergangen werden wird.

In diesem Sinne: Film ab!

1. Saint Laurent (Regie: Betrand Bornello)

 

2. Sag nicht wer du bist (Regie: Xavier Dolan)

 

3. Palo Alto (Regie: Gia Coppola)

 

4. Jimi: All is by my Side (Regie: John Ridley)

 

4. Frank (Regie: Lenny Abrahamson)

 

5. The Riot Club (Regie: Lone Scherfig)

 

6. Die Tribute von Panem (Regie: Francis Lawrence)

 

7. Fifty Shades of Grey (Regie: Sam Taylor-Wood)

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