MBFWB // Tim Labenda gewinnt Start your Fashion Business 2014

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Die Modebranche ist ein hart umkämpftes Geschäft. Da brauchen wir uns nichts schön reden. Die großen Ketten regieren den Markt, egal ob nun im unteren oder oberen Preissegment. Der öffentlichen Meinung nach zählt ein günstiger Preis zudem weit mehr, als ausgereifte, nachhaltige Mode. Nicht wenige junge Designer leben oft von Kollektion zu Kollektion immer in dem Zwiespalt Kreativität und Finanzen unter einen Hut zu bringen. Schwarze Zahlen schreiben die wenigsten und wir würden an dieser Stelle einmal behaupten, dass am Anfang einer Karriere, auch kaum einer von ihnen mit einem ausgeklügelten Businessplan im Gepäck die Modewelt entert.

Umso wichtiger erscheinen jene Wettbewerbe und Institutionen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem Nachwuchs die Hand zu reichen und in der ein oder anderen Form als helfende Stütze zu fungieren. Start your Fashion Businessist eine solche Institution. Ins Leben gerufen von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung vergibt eine hochkarätige Jury aus dem Bereich Mode, darunter in diesem Jahr Vogue-Chefin Christiane Arpund Leiter des Ressorts Mode bei der F.A.Z. Alfons Kaiser, alljährlich ein hochdotiertes Preisgeld an einen Jungdesigner, der sich mit einem überzeugenden Businessplan und einer noch überzeugenderen Kollektion behaupten kann. Über die prestigeträchtige Unterstützung, die inzwischen nun schon zum bereits 5. Mal verliehen wurde, durften sich u. a. schonAugustin TeboulMichael Sontag oder Blaenk freuen.

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In diesem Jahr ging das Preisgeld von satten 22.000 Euro an Tim Labenda. Damit setzte er sich gegen seine drei Mitfinalisten Marina Hoermanseder (Platz 2), das Herrenlabel DYN (Platz 3) und Malaikaraiss (leider nur Platz 4) durch. Einigen dürfte der bisher eher unbekannte Herr vielleicht schon aus der Pro7-Serie Fashion Hero bekannt sein, wo Labenda noch mit Vorliebe Herrenkollektionen kreierte. Christiane Arp war es schließlich, die dem Pforzheimer, der einst beim Traditionslabel Boss schneiderte, nahelegte, sich doch einmal eingehender mit dem Design für Frauen zu beschäftigen … und das war wahrscheinlich der beste Rat, den Labenda hatte bekommen können. Seine Kollektion sorgte bei der Präsentation des SYFB nämlich für allgemeines Begeisterungsraunen. Beinahe selbstverständlich überträgt Labenda den klassischen Herrenschnitt auf den weiblichen Körper, adaptiert ihn, transformiert ihn. Das Ergebnis sind mal rundliche, mal weite Silhouetten, die trotz der eher strengen Grundform eine herrliche Leichtigkeit ausstrahlen. Oversize Anzugjacken zu Mantelkleidern und Ballonhosen oder ovale Kimonoüberwürfe zu schlichten A-förmigen Kleidern: das geht alles wunderbar zusammen. Die Farben beschränken sich bis auf zwei Ausnahmen in Rosa und Weiß dunkle Blaunuancen Grau. Mit Mustern hält sich Labenda ebenfalls zurück und setzt stattdessen auf eine unifarbene Gesamterscheinung.

Ich bin jedenfalls gespannt, was wir in Zukunft noch von Tim hören und werde seinen weiteren Weg verfolgen. Der anstehende Umzug nach Berlin ist sicherlich schon einmal ein Anfang, um näher am deutschen Modegeschehen dran zu sein.

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