Auf dem Plattenspieler: MØ – No Mythologies to Follow

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Elektronischer Mädchen-Pop ist nicht wirklich eine stehende Kategorie, mal ganz davon abgesehen, dass der Begriff nicht gerade sonderlich emanzipiert daherkommt. Mein Herzmann z.B. verwendet dieses Pseudonym grundsätzlich auch eher mit einer hochgezogenen Augenbraue, wenn ihm bei Betreten meiner Wohnung wieder einmal schrill-tanzbare Beats und quietschende Stimmen entgegenschlagen. Offiziell nennt man das Ganze Synthpop, eine Musikrichtung, die vor allem die skandinavischen Länder immer wieder auf ganz besondere Weise umzusetzen vermögen. Sängerinnen bzw. Bands wie LCMDF, Niki and the Dove oder Those Dancing Days sind nur drei Beispiele dafür. Seit einer Weile geistert hierzulande nun eine weitere Dame durch die Musikszene:  stammt aus Dänemark und traf mich mit ihrer Musik zum ersten Mal mit ihrer Musik auf der Topshop-Party anlässlich der Fashion Week direkt ins Herz.

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Die Dame, die von Medien wie dem Guardian bereits als die nächste Grimes gehandelt wird, veröffentlichte im März nach drei Jahren Schaffenszeit endlich ihr erstes Album. Unter dem Titel „No Mythologies to Follow“ erwarten uns neben der bekannten Tracks „Waste Of Time“ und „Don´t Wanna Dance“ weitere 18 Songs – zumindest auf der Deluxe Version des Albums –, die analog und elektronisch ebenso miteinander vermischen, wie Euphorie mit Melancholie. Im Vordergrund immer die markante Stimme von MØ, die vorzugsweise von der Liebe und deren Verlust singt, dabei aber nie ganz dem Kitsch verfällt, sondern sich eine wunderbare Distanz bewahrt, die aus der Dame alles andere machen als ein schmachtendes Mädchen. Was uns da vielmehr erwartet, ist eine emanzipierte, selbstbewusste junge Frau, die außerdem kein Blatt vor den Mund zu nehmen scheint, schließlich ratete iTunes gleich vier Tracks auf dem Album als „Explizit“.

MØ

Aktuell tourt MØ mit ihrer Band durch Deutschland. Neben einem Termin in Köln am 24. April steht noch ein weiteres Konzert in Hamburg am 25. April auf dem Plan. Aus eigener Erfahrung kann ich schon einmal versprechen, dass die Show mindestens genauso bunt und wild werden wird, wie es der wunderbare modische Stil der Dame ist. Und spätestens am Ende des Abends hält ohnehin garantiert kein Fuß mehr still.

In diesem Sinne: „Born free, hanging in the trees“.

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