Im Zweifel für den Zweifel. Das Herbst-Mixtape

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Manchmal scheint es sie tatsächlich zu geben, diese Momente, in denen sich nach langem Chaos alles schlussendlich zusammenfügt. Es kommt zusammen, was zusammengehört: egal ob es sich dabei um Menschen, Gedanken oder Ideen handelt. Wie man es am Ende geschafft hat, das eigene Chaos, den Knoten im Kopf oder die eigene Antriebslosigkeit zu besiegen, man weiß es eigentlich nicht mehr. In dem Punkt ist es mit dem Leben wohl so ähnlich wie mit diesen bunten Würfeln mit den kleinen Quadraten. Wie man es auch dreht und wendet, es gelingt einem einfach nicht die Steinchen so zu drehen, dass sich schließlich auf allen Seiten ein unifarbenes Bild ergibt. Doch meistens genau dann, wenn man schon längst aufgegeben hat und kurz davor ist, das Ding mit einem lauten Knall in die Ecke zu feuern, sitzt man auf einmal ungläubig vor der Lösung des Rätsels. Einfach so, liegt auf einmal das vor einem, wonach man zuvor noch fieberhaft gesucht hat. Das fühlt sich gut an. Ach was, mehr als gut. Man fühlt sich für einen kurzen Moment wie die Bezwinger der Welt. Das man eigentlich noch immer keine Ahnung hat, wie das Ganze nun funktioniert, nun ja, was solls.

Mit dem Zwischenmenschlichen läuft es manchmal ähnlich. In unserem Kopf bahnt sich diese eine ganz bestimmte Frage an, ausgelöst von einem Detail, einer Unstimmigkeit oder einem leisen Zweifel. Man weiß, die Grübelei ist lächerlich, ein Trugbild unserer eigenen Fantasie. Doch je mehr wir unser eigenes Kopfkino versuchen auszublenden, desto penetranter drängt es zurück in den Fokus unserer Aufmerksamkeit, bis es schließlich irgendwann unser gesamtes Wesen einzunehmen scheint. Wir stecken fest, irgendwo in den Tiefen des Mais-Labyrinths und müssen feststellen, dass unser Handy keinen Empfang hat und wir damit kein Navi. Der totale Brainfuck, sozusagen. Manchmal laufen die Dinge dann richtig schief. Dann müssen wir elendig im Irrgarten verhungern. Doch meistens, haben wir Glück und irgendjemand reicht uns schließlich die rettende Hand. Und aus unserem merkwürdig-surrealen Traum wachrütteln. Dann realisieren wir, dass wir dem bösen Dämon Zweifel aufgesessen sind und mit einem Mal bröckelt die klare Einsicht leuchtend darunter hervor. Ganz schön pathetisch? Ja, vielleicht. Aber wir sind nun einmal fühlende Wesen, die manchmal ganz schön weinerlich. Und irgendwie müssen wir wohl einfach lernen, viel öfter am eigenen Zweifel zu zweifeln.

Und weil wir fühlen, brauchen wir manchmal einfach auch nur ein Ventil, um all die aufgestauten Emotionen rauszulassen. Gerade jetzt, wo die Tage kürzer werden und der Herbst und wieder einmal zeigt, das alles endlich ist. Solange die Sonne aber noch motiviert durchs bunte Herbstlaub strahlt, wird auch gedanklich dem tristen Herbstgrau der Kampf angesagt. Also lange Rede kurzer Sinn: Zeit für das Herbst-Mixtape.

oder, in diesem Sinne: Im Zweifel für den Zweifel.

 

Tocotronic – Im Zweifel für den Zweifel

 

Portugal. The Man – People Say

 

 Cat Power – 3,6,9

 

DENA – Guest List

 

NEWMEN – MONICA

 

DIIV – Wait

 

Tame Impala – It feels like wa only go backwards

 

Cherry Glazerr – Trick or Treat Dancefloor

 

The Kills _ The Good Ones

 

Tocotronic – Ich will für dich nüchtern bleiben

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