„Feel it all around“ – Die kleinen Momente

Die Gedanken fahren Achterbahn, doch gleichzeitig scheint der Kopf vollkommen leer. Man will vor Worten nur so sprudeln, doch die Stimme bleibt stumm, das Papier weiß. Zu viele Pflichten, zu viele To Do´s und andere Gegebenheiten von außen. Wir rennen durch unseren Alltag, getrieben von Meinungen und Ansagen anderer. Ein flüchtiger Gedanke unterliegt am Ende meist dem Gang geregelter Zeiten. Die Gedanken sind eben nicht immer frei. Gleiches gilt für uns selbst. Abschalten, zur Ruhe kommen, das scheinen wir verlernt zu haben.
Und schließlich stellt sich die Frage: Ist man, wer man glaubt zu sein? Ist man auf dem richtigen Weg oder will man eigentlich doch ganz woanders hin?
Die Krux des Erwachsenseins. Wir haben gelernt uns zu beherrschen und dem großen Ganzen unterzuordnen. Das Kind in uns hat längst nichts mehr zu sagen. Wir können uns nicht wie früher auf den Boden werden, strampeln, schreien und darauf warten, dass andere die Dinge für uns regeln. Das müssen wir wenn schon selbst tun. Zurück bleibt die drückende Frage nach dem wie und die Angst vor den möglichen Konsequenzen. Und selbst die meist nach langem inneren Kampf errungene Entscheidung bringt mittlerweile nicht mehr sofort die ersehnte Antwort. Selbst dann müssen wir Fristen einhalten und überstehen, uns rechtfertigen und hoffen, dass unsere Intuition uns nicht getäuscht hat. Dazu das permanente Warten, auf das man irgendwann beim besten Willen keine Lust mehr hat. Das hängen zwischen den Seilen und das Geduldigsein, bis der nächste große Schritt endlich beginnt, das alles strengt nur unnötig an. Zur Ablenkung verliert man sich in Musik, in Bilderfluten, in Eindrücken anderer Leben. Davon bietet sich uns im Netz mehr Gelegenheit denn ja. Doch sind die lachenden Gesichter am Ende wirklich glücklicher? Ihre Leben besser, spannender, erfüllter?
Denn wenn man wirklich ehrlich ist, gibt es sie: Diese kleinen Momente zwischen dem vermeintlichen Trott, die einen berühren. Jene Begegnungen und Menschen, die einem das Herz höher schlagen lassen. Sie zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass das Glück manchmal eben doch in den Details liegt. Wir müssen nur eben in unserer permanenten Getriebenheit manchmal einfach nur für einen Augenblick stehenbleiben, um das zu erkennen, was am Ende tatsächlich „Leben“ ausmacht. Und dann erkennen wir schnell, dass nicht der große Profit uns glücklich macht oder das sich Treibenlassen von einer Party zu nächsten. Dann realisieren wir, dass es die unmittelbaren Bindungen zu Freunde und Familie sind, die Tatsache Zeit zu haben für sie und auch sich selbst, die uns am Ende das Gefühl geben: Ja, das ist genau richtig so.
In diesem Sinne: „Augenblick verweile doch.“

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