Die 20er als Kinospektakel: The Great Gatsby

Bilder via Warner Bros.
 
Nachdem ich das Wochenende zunächst im schönen Berlin verbracht und mit meiner herzallerliebsten Lola die langersehnte Reunion gefeiert habe – dazu ganz bald hier mehr –, stand am Sonntagabend noch der nicht minder erwartete Kinobesuch an. Der Grund: die Verfilmung eines Weltbestsellers.
Niemand geringerer als Regisseur Baz Luhrmann hat sich F. Scott Fitzgerald 1925 erschienen Roman „Der große Gatsby“ angenommen, um die wilden 20er in ein wundervolles Bildspektakel zu verwandeln. Die Aura dieser überschäumenden Zeit hätten bereits im ersten Satz nicht treffender benannt sein können, wenn es heißt: „Die Gebäude waren höher, die Partys waren größer, die Moral war lockerer und der Alkohol billiger. Die Rastlosigkeit näherte sich der Hysterie.“ Und genau das inszeniert Luhrmann auch im weiteren Verlauf beinahe in Perfektion. Die Partys sind ein visueller Excess. Die Kostüme präsentieren sich als eine Meisterleistung textiler Kunst. Gatsby kommt als eine geheimnisvolle und doch so menschliche Figur daher. Die New Yorker Highsociety dagegen ein arrogantes Volk, das stets nur das eigene Wohl im Fokus hat. Die Musik verknüpft auf wunderbare Weise Gegenwart und Vergangenheit.
„Der Film bringt das Spiel zwischen Künstlichkeit und Authentizität zur Perfektion“ titelt die Zeit und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Denn um nichts anderes geht es im Prinzip in Fitzgeralds weltbekanntem Bestseller. Nämlich den Kampf zwischen dem Echten, Wahren und dem schönen Schein. Mit der pointiert verschränkten Inszenierung der Liebesthematik mit Geselleschaftskritik, schafft es Luhrmann nicht nur den Roman bis ins Detail zu erfassen, er evoziert damit zugleich jenes unbeschreibliche Lebensgefühl, dass die Roaring Twenties ausmacht. 

 

Auf Supreme Mag hab ich mich noch einmal ausführlich über DAS Kinoereignis des Jahres ausgelassen. Zum Review geht´s hier.
In diesem Sinne: Im Bann einer der wohl wildesten Epochen unserer Geschichte.

 

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