Ein Hauch Neo-Clueless – das Sommer-Lookbook von Wildfox Couture

Es gibt Filme, die prägen ganze Teeniegeneration. Im Fall von mir und meinen Freundinnen, deren Teeniezeit irgendwo zwischen den späten 90ern und den frühen 200er Jahren liegt, zählt Clueless wohl unbestreitbar zu DEN Filmen denen wir nachgeeifert sind. Scharen anderer Frauen Mitte 20 werden mir da wohl zustimmen.
Cher Horowitz, alias die bezaubernde Alicia Silverstone, war schön, lebte im sonnigen L.A., verfügte einen Kleiderschrank der sich nicht nur drehen, sondern auch Outfits mittels einem Comupterprogramm generieren konnte und hatte auch sonst so ziemlich alles, wovon Mädchen mit 14 so träumt. Ihr Stil: preppy, dabei trotzdem fesch und knallig. Ganze Dialoge habe ich von meinem vermeintlichen Lieblingsfilm damals auswendig gelernt. Durch Cher habe ich diverse Designernamen zum ersten Mal direkt mit einzelnen Kleidungsstücken in Verbindung bringen können. Von der adretten Blonden habe ich die erschütternde Erkenntnis, dass man Spiegeln nicht trauen kann und deshalb ein Outfit immer mit einem Polaroid überprüfen sollte – ich sag nur „hallo Modeblogger“. Und ihre Weisheiten, was Liebe und Freundschaft betreffen, waren stets wie ein Orakel, das immer den passenden Tipp parat zu haben schien.
Ein paar Jährchen später, weiß ich leider längst, das die Welt bei weitem nicht so gummibärchenfarben ist, wie man uns in der schmucken Hollywood-Komödie einst glauben machen wollte. Trotzdem gibt es kaum einen anderen Film, der mein Herz bei einem Screening noch immer derart hüpfen lässt.
Beim amerikanischen Label Wildfox Couture scheint man diese Leidenschaft zu teilen. Das Lookbook für das Frühjahr/Sommer 2013 kommt mit dem passenden Namen „We´re the Kids in America“ – einem der Leitsongs aus Clueless – daher und präsentiert sich genau in der Optik der Glamourwelt um Cher, Dionne und Tai. Zugegeben ein wenig frecher ist das Ganze, ein wenig mehr Neon und irgendwie auch ein klein wenig verruchter. Trotzdem bin ich beim Anblick der Bilder ganz verzückt, sind doch Unmengen von Details liebevoll an das Original angelehnt. Mir hat das virtuelle Blättern jedenfalls ziemlich Lust gemacht, die DVD meiner langjährigen Bewegtbild-Teeniebibel in den Rekorder zu schmeißen. Aus manchen Dingen wächst man wohl eben nie so richtig heraus. Außerdem können ein wenig Realitätsflucht und Nostalgie nach der Jugend ja bekanntlich auch nicht schaden.
In diesem Sinne: Ich mach ´nen Schuh!


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