MBFWB: Discofever bei Barre Noire

Der vierte und damit letzte Tag inmitten der MBFWB steht an und wie immer stellt sich die Frage: Wo ist die Zeit bloß hin? Zwar waren die vergangenen Tage inmitten des Berliner Modetrubels anstrengend und manchmal hektischer, als einem eigentlich lieb gewesen wäre, doch letzten Endes ist alles irgendwie an einem vorbei gerauscht. Massenhaft Bilder, Impressionen und Inspirationen müssen in den kommenden Tagen noch sortiert und auf die ein oder andere Weise verarbeitet werden. Doch bevor Madame gleich Gefahr läuft gnadenlos der Sentimentalität zu verfallen und sich der sowieso mittlerweile schwächelnde Energiepegel gen null bewegt, wird es Zeit sich einmal aufs Wesentliche zu konzentrieren und ein wenig dessen wiederzugeben, was die letzte Zeit den Fokus der Aufmerksamkeit gestreift hat.
Eines der persönlichen Highlights an Tag zwei war in jedem Fall die Studiopräsentation von Barre Noire. Seinem Pfad folgend verwandelte Jungdesigner Timm auch in seiner zweiten Show auf der Berliner Modewoche das Studio zur Partyzone. Discokugeln, Elektromusik, die Models mit der entsprechenden Attitude – schade eigentlich, dass man die Drinks grundsätzlich am Eingang zur jeweiligen Show abgeben muss.
Der Name der Herbst-/Winterkollektion für 2013/14 mit dem Titel „Soda, Coffee, Whiskey“ nicht minder passend: Denn soviel steht fest, Barre Noire prickelt und knallt im positiven Sinne. Beschichtete Stoffe mit Schimmereffekt flirten mit allover Animalprints oder Paisley – beides jeweils kunstvoll gewebt – und begehen eine Ménage à trois mit kräftigen Farben wie Türkis, Neonpink oder -grün, hellem Blau und Gelb. Dazwischen sorgen neutrale Töne, wie schwarz, weiß oder grau für den optischen Ausgleich.
Die für das Label obligatorische Cap, die vor allem in Berliner Modekreisen inzwischen zum It-Accessoire mutiert ist, findet ihre Weiterentwicklung in der Dreidimensionalisierung. Zierte bisher meist ein entsprechend eingestickter Schriftzug die Front der Kopfbedeckungen, prangt dem Träger in der kommenden Herbst-/Wintersaison gerne auch mal ein skulpturales BN auf der Stirn oder ihm werden,  wie dem Götterboten Hermes Flügel verliehen.
Alles in allem betrachtet, eine herrlich frische Kollektion, die sich nicht vor dem Versuch scheut Streetcredibility und „Fashion“ miteinander zu verbinden und damit wohl genau für jenes Lebensgefühl steht, wie es eine ganze Generation Berliner Modesüchtiger auszeichnet.
In diesem Sinne: Die göttlich lässige Art des Zelebrierens.

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