„100 Beards, 100 Days“ – eine Hommage an die männliche Gesichtsbehaarung

Bilder via 100 beards, 100 days © Daniel Jonathan Pryce
 
Zeige mir deinen Bart und ich sage dir wer du bist! So in etwa ließe sich wohl am besten der männlichen Gesichtsbehaarung annähern. Was für die Frau wohl Make-up ist, das ist für den Mann sein Bart. Es ist eine Form des Gesichtsschmucks, der je nach Art der Ausgestaltung eine bestimmte Art von Wesen impliziert. Er wird geliebt, gehasst und es gibt unzählige Möglichkeiten seine Optik auszugestalten. Mal kommt er sexy bis verrucht daher, mal gekünstelt, stilisiert und manchmal wirkt er einfach nur zottelig und ungepflegt. Schnauzer, Vollbart, Ziegenbart, Oberlippenbart, Pornobalken und wie sie alle heißen. Gemeinsam ist allen, dass sie einem Mann etwas eigenes verleihen: Charakter, etwas Spannendes, manchmal auch undurchschaubar Geheimnisvolles und ihn – und das ist am wichtigsten – aus der Masse glattgebügelter Metrosexualität herausheben.
Während in meinem Umfeld genug Freundinnen und homosexuelle Freunde existieren, die beim Anblick glattgebügelter Männerwangen in schiere Verzückung geraten, bleibe ich meiner Rolle der permanenten Gegenbewegung – der ein oder andere würde es jetzt wieder augenzwinkernd klischeehaft-hipsterisch nennen – treu und so lösen bei mir grundsätzlich eher die Bartträger Begeisterung aus.
Der Londoner Fotograf Daniel Jonathan Pryce trägt der aktuellen Trend zur Wiederkehr männlicher Gesichtsbehaarung in seinem Blogprojekt „100 Beards, 100 Days“ Rechnung getragen. Dazu hat er – wie der Titel schon andeutet – 100 Tage lange Männer und ihre Bärte auf den Straßen Londons fotografisch festgehalten hat. Das Ergebnis ist eine Bildreihe, die nicht nur zeigt, wie viele vielfältige Arten es gibt, einen Bart zu tragen, sondern wie viel Charakter und Eigenheit dies einem Mann verleihen kann. Vor allem dann, wenn durch die Kombination mit anderen stilistischen Elementen wie Anzügen auf herrliche Weise mit geistigen Konventionen gebrochen wird.
Jonathan selbst, begründet seine Intention zum Projekt folgendermaßen:
„I started the project for two main reasons: I am fascinated by how new trends emerge and I wanted to document the many amazing beards I see on a daily basis in London. Secondly, I have major beard envy – I can’t grow a good beard myself so this project made me live vicariously through others”.
 
Seit 1. November sind die Bilder auch im schmucken Fotoband erhältlich. Das Hardcover ist auf 250 Exemplare limitiert und ist für 20 Pfund u.a. auf dem Tumblr zum Projekt zu erwerben. Ich habe das Wochenende jedenfalls damit verbracht mich durch die 100 Bärte einmal durch zu klicken und bin definitiv mehr als einmal ins Schwärmen geraten.
In diesem Sinne: Ja zur männlichen Gesichtsbehaarung!

Schreibe einen Kommentar