Rückblick auf den Audi Fashion Award 2012 & die Frage dem Sinn von Förderinstitutionen

Bilder & Video via PR
Vor ein paar Wochen flatterte die Einladung zum ersten Audi Fashion Award ins Postfach.
Die von der gleichnamigen Automarke initiierte Institution bietet Nachwuchstalenten die Möglichkeit ihre Designs in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken. Bei der Show in Hamburg präsentierten 24 Absolventen namhafter Modehochschulen wie der AMD und HAW Hamburg ihre Entwürfe vor einem 350 köpfigen Publikum. Im Anschluss kürte eine Fachjury in vier Kategorien die Gewinner.
So viel zum reinen Rückblick auf den Abend. Ein schmuckes Video bietet nun auch den passenden visuellen Blick auf den Abend.
Und ich muss zugeben, dass mir noch immer ein wenig das Herz blutet, dass ich an besagtem Abend leider terminlich verhindert gewesen bin.
Doch bleibt im Anschluss die Frage, was man nun davon halten soll, dass immer mehr Unternehmen, auch wenn sie aus völlig anderen Bereichen stammen, versuchen in irgendeiner Weise in der Mode mitzumischen. Fakt ist: Der Modezirkus bietet eine gewisse Aufmerksamkeitsgarantie. Fashion ist sexy und jeder möchte sein Stück von diesem Kuchen abhaben, wie es scheint. Egal ob Audi, Tradewinds oder Range Rover, als Beispiel für Marken mit anderem thematischen Schwerpunkt, die Peek & Cloppenburg Institution Designer for Tomorrow, Start your own Fashion Business und H&M als brancheninterne Institutionen oder diverse lokale Auslobungen – natürlich agieren sie alle nicht völlig uneigennützig, sondern zielen vermeintlich auch darauf ab, das eigene Prestige zu steigern und vielleicht das nächste große Talent zu entdecken. Man muss aber ehrlicherweise gestehen, dass hier wohl für beide Seiten eine Win Win Situation entsteht. Das Modebusiness ist ein hartumkämpftes, das nicht nur kräftezehrend sein kann, sondern auch schnell an die eigenen Ersparnisse geht. Hochwertige Stoffe sind teuer von aufwendigen Applikationen und ähnlichem gar nicht erst zu sprechen. Dazu sitzt wohl immer die Gefahr im Hinterkopf, dass die mühevoll erdachten und liebevoll gehegten Designs nicht ankommen. Zu Ladenhütern werden und nicht einmal ansatzweise etwas für den nächsten Schritt einbringen. Vor einer Weile habe ich ein Interview gelesen, in dem gefeierte deutsche Nachwuchsdesigner wie Michael Sontag, Hien Le, Vladimir Karaleev oder Augustin Teboul zugeben, dass auch sie trotz all des Ruhm oft nicht einmal wissen, wie die nächste Kollektion finanziert werden soll.
Daher bleibt am Ende die Frage, ob neben all der Skepsis, mit der die Öffentlichkeit Institutionen, wie die oben genannten, wahrnimmt, sich der Fokus nicht allmählich darauf verlagern sollte, dass man darin die Chance junger Talente sieht, ihm Traum einen kleinen Schritt näher zu kommen.
Kommende Woche findet in Hannover die zweite Ausgabe des Audi Fashion Award statt. Man darf gespannt sein, was der dortige Nachwuchs zu bieten hat.
In diesem Sinne: First-Runway-Steps.

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