„But it´s a Chance not a Chance to miss“

Es gibt diese Monate, in denen der Alltagstrott einen fest im Griff hat. Man hetzt, arbeitet To-Do-Listen ab und hat mehr als einmal das Bedürfnis sich mindestens zwei zu teilen. Am Ende des Tages schließlich kommt das Grübeln und man fragt sich, wo man selbst eigentlich geblieben ist? Physisch ist man da, spürt seinen Körper durch Schlafmangel, schmerzende Füße und die vielen anderen Nebenwirkungen, die ein Leben inmitten von Stress und Hektik mit sich bringt, umso deutlicher. Doch der Kopf ist stets wo anders. Hängt in Sphären, die man selbst nicht einzuordnen fähig ist.
Die Freunde kennt man dann meist nur noch als kleines virtuelles Bildchen auf dem Handydisplay. Ihre Stimmen kommen aus dem Off. Statt eines gemeinsamen Treffens, einem feuchtfröhlichen Barbesuch oder einem gemütlichen Abend daheim, rollt man sich erschlagen alleine auf dem heimischen Sofa ein. So vieles, das einem eigentlich doch lieb und teuer ist, rutscht in die späten Abendstunden – nicht selten ist es dann schon Nacht. Oder man verrichtet diese Angelegenheiten zwischen Tür und Angel. Nebenbei. Mit halber Aufmerksamkeit. Wenn man sie nicht doch direkt lieber gleich auf unbestimmte Zeit von sich weg schiebt.
Und irgendwann wächst in einem zunehmend dieses mulmige Gefühl heran, ob man nicht vielleicht gerade dabei ist, sich selbst zu verlieren. In dieser Situation hat man mindestens drei Möglichkeiten. Entweder lässt man dem Zweifel freien Lauf und läuft Gefahr dass daraus eine alles zerfressende Angst erwächst. Oder man verdrängt, in der Hoffnung, dass dieses dunkle Monster namens Zweifel nicht irgendwann heimtückisch über einen herfällt und brutal. zerfleischt Oder man stellt sich dem Chaos in seinem Kopf und sucht nach einem Weg – seinem Weg.
Manchmal reicht dazu ein kleiner Moment. Ein ruhiger Augenblick und ein paar Klänge, die genau zur rechten Zeit ins Herz treffen. So geschehen bei LCMDF, einer Band, die plötzlich von so vielen Seiten in den Fokus meiner Aufmerksamkeit geriet. Zwei Frauen, zwei Stimmen und ein wunderbares Talent. Die beiden Finninnen leben für das, was sie tun, das merkt man ihnen an. Und bereits bei den ersten Takten von Future Me hat man einfach das Gefühl, dass alles irgendwie seinen Sinn hat, genauso wie es ist und das man manchmal nur geduldig den Moment abwarten muss, in dem man plötzlich klar sieht.
In diesem Sinne: I wonder what the future me would say.

One Comment

  1. Hach, mein Herz. Abwarten und Tee trinken. Dann Angreifen. Das Feld von hinten aufräumen. Die Komfortzone verlassen. Zum Scheitern verurteilte Dinge tun. Und ganz nebenbei zu sich selbst finden.

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