Beginners – auf dem Weg zu sich selbst

Frisch zurück aus dem Kino bewege ich mich immer noch irgendwo zwischen Melancholie und Heiterkeit. Das heutige Abendprogramm: Beginners. Der Film von Regisseur Mike Mills läuft seit Donnerstag, den 09. Juni 2011 in den deutschen Kinos. Er erzählt im Prinzip die Familiengeschichte eines 38 jährigen Mannes, der nach dem Tod seiner Eltern seine Kindheit, sein Leben und die Beziehung zu den Beiden, sowie anderen Menschen vor seinem inneren Augen Revue passieren lässt. 
Nach dem Tod der Mutter, outet sich der zu diesem Zeitpunkt 75 jährige Vater als schwul und verkündet, dass er dies nun auch offen ausleben wolle. Eine Tatsache, die zunächst irritierend erscheinen mag, aber mit dem Verlauf des väterlichen Lebenswandels für Oliver so viele Unstimmigkeiten seiner Kindheit erklärt, z.B. warum dort immer wieder das Gefühl war, dass zwischen seinen Eltern etwas stimme. Während die Kindheit beinahe schon die Überpräsenz der Mutter gekennzeichnet war, lernt Oliver nun seinen Vater kennen und erlebt mit, wie dieser im Lebensalter noch einmal auflebt. Inzwischen ist aber auch er an Krebs erkrankt, was den Mann, der so lange sein Geheimnis wahren musste, aber nicht davon abhalten wird endlich das Leben in vollen Zügen zu genießen. 
Nachdem schließlich auch der Vater stirbt, bleibt Oliver als einsamer, in sich gekehrter Mann zurück, dessen einziger Begleiter, der Jack-Russel-Terrier Arthur ist. Gefangen in seiner Trauer lernt er die Schauspielerin Anna kennen, die mindestens in gleichem Maße einsam und eigenbrötlerisch veranlagt scheint. Und mit einem Mal scheint es wieder einen Menschen in Olivers Leben zu geben, der es schafft gegen die eigene innere Barriere anzukämpfen. Doch können zwei einsame Wanderer einen Weg finden gemeinsam glücklich zu werden? 
Beginners ist ein wunderbarer Film, der zeigt, wie wichtig es im Leben ist, sich selbst zu erkennen und treu zu sein und vor allem, dass es dazu nie zu spät ist. Dabei driftet Mills in der Darstellung weder ins Kitischige noch in übertriebenen Pathos ab. Er beschränkt sich auf das Wesentliche, indem er eine Welt voller Emotionen mittels Gesten und Blicke schafft. Die Atnosphäre changiert zwischen einem permanenten Kontrast aus, Ruhe, Freude und Melancholie, eben die gesamte Bandbreite menschlichen Daseins. Die Hauptdarsteller Ewan McGregor, Christopher Plummer und Mélanie Laurent brillieren dabei in ihren jeweiligen Rollen.
Beginners verleitet dazu über die eigenen Schranken nachzudenken. Viel zu oft scheinen wir ins unseren eigenen Denkmustern gefangen und richten unser Handeln mehr nach den Erwartungen Anderer aus, als danach, was uns glücklich macht. Am Ende sind es aber wir, die zählen, die Tatsache dass wir mit uns im Reinen sind. Ich lege diesen Film jedem ans Herz!
In diesem Sinne: Über die eigenen Grenzen hinaus, auf dem Weg zu einem selbst.

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