The Future – Miranda July

Als ich vor zwei Jahren zu Weihnachten Miranda Julys Kurzgeschichten Band „Zehn Wahrheiten“ geschenkt bekommen habe, war ich auf anhieb von dieser Frau und ihrem Schaffen gepackt. Gebannt habe ich  inmitten des üblichen, häuslich familiären Weihnachtstrubels Seite um Seit verschlungen und mit jedem weiteren Umblättern schien die Realität ein Stück mehr abzudriften. 
Zur Berlinale, Anfang des Jahres, war Miranda July erneut mit ihrem neuen Film „The Future“ erneut in aller Munde und mein Fieber entbrannte erneut. In der Doppelposition als Regisseurin und Schauspielerin nimmt July den Zuschauer mit in den Alltagstrott einer Beziehung zweier Mitdreißiger, die sich längst mit der Eintönigkeit ihres Lebens abgefunden zu haben scheinen. Bis zu diesem Tag, an dem sich eine streunende Katze auflesen und in die Tierklinik bringen. Pfötchen, der Erzähler der Geschichte, wird das Schicksal der beiden gehörig auf den Kopf stellen. Und mit einem Mal machen sie Sorgen breit, ob es DAS denn wirklich schon gewesen sein.
Zugegeben ein bisschen schräg und skurril, aber zugleich auch so anmutig und fragil. July wird von den Medien wie der Zeit als Allroundtalent gefeiert, als Künstlerin, die wie keine andere ein Gespür für die Emotionen und Themen unserer modernen Gesellschaft hat. Dabei erscheint die Künstlerin in Interviews alles andere als bewusst kalkulierende Frau. Eher hat man das Gefühl einer beinahe feenhaften Gestalt gegenüber zu stehen, die fernab der Realität oft in ihrer eigenen Welt zu leben scheint.
Seit kurzem ist endlich der Trailer zu „The Future“ erschienen und der dort dargebotene Bilderfluss unterstreicht das, was ich mir von dem Film erhofft habe. Bleibt zu hoffen, dass man hier in Frankfurt eine Möglichkeit haben wird in den entsprechenden Kinogenuss zu kommen.
In diesem Sinne: Am Ende bleibt vielleicht doch nur das Kleingeld des Lebens.  

One Comment

  1. ich habe zehn wahrheiten auch gelassen – und ich fand es so faszinierend. muss mich mal mehr mit der frau beschäftigen…
    liebe grüße,
    jannis

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